Ein Buch, das in exotische Länder entführt

Drei Generationen, 2 Kontinente, dramatische Ereignisse.
Die Handlung dreht sich jeweils immer um die Frauen der Familien Gothmann und de la Vegas. Alles beginnt mit Rosa, die sich in Montevideo gegen die Zwangsheirat durch ihre Familie auflehnt und den Deutschen Albert aus Trotz heiratet. Mit ihm gelangt sie nach Deutschland, in die Bankenstadt Frankfurt. Aufgrund der politischen Lage zur Zeit der 48er-Revolution und seiner Aufgabe als Bankchef, vernachlässigt Albert seine Frau, die sich in Deutschland fremd fühlt, nach und nach immer mehr. Werden die beiden wieder zueinander finden? Wie wird es ihrer Tochter und ihren Enkelkindern ergehen? Und wo werden die Familien sich letztendlich heimisch fühlen, im sicheren Deutschland oder im exotischen Uruguay?

Carla Federico nimmt den Leser mit auf eine spannende Reise zwischen den beiden Kontinenten, wie sie nicht unterschiedlicher sein könnten. Sie begeistert durch ihren lebendigen und farbenfrohen Schreibstil und die bildhaften Beschreibungen. Das Buch ist gespickt mit interessanten Informationen zu Land und Leute und die Handlung ist in den Wirren des Trippelallianzkrieges angesiedelt. DIe Charaktere lassen den Leser mitfühlen, mitleiden, teilweise den Kopf schütteln und vorallem mitfiebern. Jedes Buch behandelt eine eigene Generation, die vorherigen spielen aber auch noch eine Rolle und beeinflussen die Handlungen und Entscheidungen der nachfolgenden. Die Frauen sind alle starke Persönlichkeiten, mit Kampfgeist, die Fehler begehen, aber auch Lebendigkeit und Leidenschaft zeigen, was in dem historischen Kontext viel Mut und Charakterfestigkeit erforderte. Das Buch ist definitiv lesenswert und spannend und gefühlvoll geschrieben.

Ein Leseerlebnis für alle, die von fremden Welten fasziniert sind und von Schicksale bewegt sind.

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Ein Buch, das Wissenschaft und Legende vereint

„Als Kati den Rektorenpalast verließ, hatte sie zum zweiten Mal an diesem Tag das Gefühl, dass sie jemand beobachtete.“

Die Archäologentochter Kati Bergmann und ihr Kollege Chris sind auf der Suche nach einem wertvollen Artefakt. Einer etruskischen Fibelscheibe. Ihre Suche führt sie dabei durch ganz Europa, von Dubrovnik bis nach Istanbul. Durch verschiedene Atinquariate und Bibliotheken. Doch sie scheinen nicht die Einzigen zu sein, die ein Interesse an der Fibel haben.
Wer sind die unbekannten Männer, von denen die beiden immer wieder aus dem Hinterhalt überfallen werden? Wer ist ihr Auftraggeber? Und vorallem was hat es mit dem geheimnisvollen Jungen Ilyas auf sich, der Kati souverän bei einem solchen Überfall das Leben rettet?

Gerd Ruebenstrunk nimmt den Leser in „Assassino“ mit auf eine abenteuerliche Schnitzeljagd und lässt ganz nebenbei noch Elemente aus Fantasy, Legenden und die sagenumwobene Geschchte der Assassinen miteinfließen. Die Charaktere sind klar gezeichnet und haben so ihre Eigenarten, die sie einen entweder sympathisch oder vollkommen unsympathisch erscheinen lassen. Zumindest auf den ersten Blick. Doch so manch einer von ihnen wird seine frauenfeindliche Haltung aufgeben oder sich als Verräter herrausstellen. Und die Hintergrundinformationen, die man so nach und nach über sie ansammelt, lassen sie an Komplexität und Sympathiepunkten gewinnen. Der Sprachstil ist schlicht und nüchtern, was der rasanten Handlung zugute kommt, da sich so Spannung bis zum Ende aufbauen kann. Die Schauplätze sind klasse gewählt, vorallem der Teil, der in Istanbul handelt gefällt mir sehr gut und man erhält durch die beiläufigen Ortsbeschreibungen einen guten Einblick in die Atmosphäre. Das Lesen dieses Buches hat mir viel Spaß gemacht, es gibt einige gefährliche Begebenheiten, aus denen sich die Charaktere nur knapp befreien können und die mystischen Elemente würzen das Legendenhafte, Geheimnisvolle dieses Buches.

Ein Buch, für alle abenteuerlichen Jugendlichen beider Geschlechter und auch für Jugendbuch begeisterte Erwachsene!

Ein Buch, das ins geheimnisvolle, alte Ägypten entführt

“ Kommen Sie bitte weiter, meine Herrschaften. Nicht zurückbleiben.“

Mit diesen Worten beginnt der erste Teil von „Die Barke des Re – Das Geschenk des Osiris“, der den Leser auf eine spannende Reise in die Vergangenheit mitnimmt und dieser Satz soll auch stellvertretend für das Leseerlebnis sein, denn hier wird man wirklich nicht zurückbleiben können, die Seiten werden nur so dahin fliegen.

Wir befinden uns im Ägypten zur Zeit des Ramses VI. Im Tempel von Abydos passieren merkwürdige Dinge, Bauholz verschwindet, Arbeiter erscheinen nicht, Priester kommen zu unglaublichem Reichtum und zu allem Überfluss liegt auch noch der Pharao im Sterben. Daher soll der junge Priester Amunhotep dort nach dem Rechten sehen, doch ihm werden dabei von intriganten Missgönnern so manche Steine in den Weg gelegt. Zur gleichen Zeit muss sich der Händler Ibiranu in Theben verzweifelt gegen seinen Konkurrenten durchsetzen, der ihm das Geschäft zu zerstören droht. In welchem Zusammenhang stehen dazu die in Theben vermehrt auftretenden Giftverkäufe und welche Rolle spielt dabei Satra, die ein mysteriöses Geheimnis zu umgeben scheint?
Wird Ramses‘ Sohn Itiamun das Gleichgewicht der Maat wiederherstellen können?

Dadurch, dass der Prolog in der Moderne mit einer Touristengruppe beginnt, die das Grab von Meritusir besichtigen, wird man sanft an das Thema herangeführt und es werden schon einige Andeutungen gemacht. Natürlich kommen auch hier so einige Personen mit ägyptischen Namen vor, jedoch sollte man sich davon nicht abschrecken lassen, denn das Namensregister hilft einem weiter und die wirklichen Hauptpersonen beschränken sich auf eine überschaubare Zahl. Außerdem hat jeder von ihnen einen außergewöhnlichen Charakter, wodurch es gar nicht zu Verwechslungen kommen kann. Anke Dietrichs Schreibstil ist klar und flüssig, man gerät beim Lesen nicht ins Stocken, und er lässt die Nillandschaft, die Tempel und den Palast von Luxor vor dem inneren Auge auferstehen. Die Zeit der Pharaonen wird hier spannend und interessant geschildert, man erfährt einiges über die Kultur der Ägypter, den Lebensstil im Tempel und bekommt Einblicke in Gerichts- und Staatswesen. Natürlich dürfen auch die obligatorischen Grabräuber und mysteriösen Todesfälle nicht fehlen. Spannung erhält die Geschichte auch durch die unterschiedliche Gestaltung der Charaktere, schnell entwickelt man Vorlieben oder Hass, leidet und freut sich mit ihnen oder wünscht ihnen den Tod. Auch wenn das Ende etwas abrupt kam, „Das Geschenk des Osiris“ ist ein gelugener Auftakt dieser Trilogie

Für Ägyptenfans ein Muss!